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11.12.2025

⭐Türchen 12 – {hashtag|\#|Eigenverantwortung}

⭐Türchen 12 – {hashtag|\#|Eigenverantwortung} Gastbeitrag von @[Dr. Mathias Krisam](urn:li:person:9IndH0lQlq) Nach dem Abitur lebte ich ein Jahr auf einem Bauernhof im ecuadorianischen Regenwald. M

⭐Türchen 12 – {hashtag|#|Eigenverantwortung}

Gastbeitrag von @Dr. Mathias Krisam

Nach dem Abitur lebte ich ein Jahr auf einem Bauernhof im ecuadorianischen Regenwald. Morgens unterrichtete ich in der Schule, mittags half ich auf der Finca. Entscheidend war weniger, welche Abschlüsse man hatte, sondern ob man etwas konnte und bereit war zu arbeiten. Diese Erfahrung war für mich neu und blieb als Antrieb.

Gleichzeitig erlebte ich dort das Schicksal von William: etwas älter als ich, witzig, weltoffen, aus einfachen Verhältnissen und früh Arbeiter auf einer Ölplantage. Man hatte ihm zugesichert, mit seinem Arbeitsvertrag sei er krankenversichert. Etwa zwei Jahre vor unserem Kennenlernen hatte er einen Motorradunfall und brach sich Schien- und Wadenbein. Im Krankenhaus stellte sich heraus: Es gab gar keine Versicherung. Geld für die Behandlung hatte er nicht. Er wurde nicht operiert.

Er war der einzige seiner Brüder, der nicht mit uns Fußball spielte. Er konnte kaum auf dem Feld arbeiten, humpelte, hatte bei Belastung starke Schmerzen. Ein Orthopäde in Deutschland bestätigte anhand der Röntgenbilder: Der Bruch war fehlverheilt. Selbst eine späte Operation würde kaum noch helfen.

Dies macht mir bis heute bewusst, wie wertvoll unser {hashtag|#|Sozialversicherungssystem} ist. Es fängt uns in Notsituationen auf. Das ist großartig – und nicht selbstverständlich.

Gleichzeitig höre ich von {hashtag|#|GKV}-Mitarbeitern häufig von der „Vollkasko-Mentalität“: „Ich zahle, also will ich auch alles haben.“ Wir alle reagieren auf Anreize: Versicherte, Bürger, Patienten – aber genauso Mitarbeiter in GKVen, Leistungserbringer. Wie wir unser System gestalten, prägt unser Verhalten.

Ich wünsche mir daher, dass unsere Sozialversicherung noch klarer zweierlei tut:

Es soll im Bedarfsfall zuverlässig auffangen – und gleichzeitig deutlich machen, dass jeder nach seinen Fähigkeiten zur Gemeinschaft beiträgt.

{hashtag|#|Solidarität} und Eigenverantwortung gehören zusammen. Gerade in der Adventszeit empfinde ich das als zutiefst christliche Vorstellung: Wir sind gerufen, unseren Teil zu leisten – und zugleich einander zu helfen, wo die eigenen Kräfte nicht reichen.

Konkret bedeutet das für mich:

Wir gestalten ein System, das in Notlagen schützt und Anreize zur Eigenverantwortung stärkt. Wir übernehmen Verantwortung für unsere eigene Gesundheit. Ein Großteil der Gesundheitsausgaben entsteht durch chronische Erkrankungen, während unser medizinisches System besonders stark in der akuten Medizin ist. Entscheidungsträger in Ministerien, Aufsicht, GKVen hinterfragen regelmäßig, ob Regeln wirklich den Menschen dienen – und setzen sich für Änderungen ein, wenn das nicht der Fall ist.

GKVen erhalten mehr Freiraum, im Sinne ihrer Versicherten zu handeln.

Wir Dienstleister stellen Leistungen so bereit, dass ein echter Mehrwert für die Solidargemeinschaft entsteht.

Diese Haltung der Eigenverantwortung wünsche ich mir nicht nur für die GKV, sondern für unser gesamtes Sozialversicherungssystem.

{hashtag|#|IZW}

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